Der Kirchenbau

2. Der Kirchenbau von 1913 bis 1916

Natürlich war die Steinbauernkapelle, in der durch einen Holzanbau ca. 160 Personen überwiegend Stehplätze einnehmen konnten, bald zu klein. Immerhin zählte Pechbrunn im Jahre 1908 schon 159 schulpflichtige Kinder die hier im Ort seit 1865 unterrichtet wurden.
Ein Vorschlag des Mitterteicher Kooperators, die Kapelle baulich zu erweitern, war abgelehnt worden.
Zwischen 1905 und 1908 war durch den Mitterteicher Pfarrer Weghofer in einer Versammlung in der Mühle ein Kirchenbau-Verein gegründet worden. Monatlicher Mitgliedsbeitrag: 20 Pf.
Am 13. Dezember 1912 verpflichteten sich die Katholiken von Pechbrunn (383) und Groschlattengrün (164) einen jährlichen Zuschuss von 200 Mark zur Errichtung einer zweiten Kooperatur in Mitterteich zu gewähren, um zweimal in der Woche und jeden Sonn- und Feiertag Gottesdienst und einen regelmäßigen Religionsunterricht erteilt bzw. gehalten zu bekommen.
Noch im Jahr 1912 wurde endgültig der Entschluss gefasst zu bauen. Alle bisherigen Bemühungen konnten keine Dauerlösung sein. Kontroverse Diskussionen gab es zunächst noch in der Standort- und Grundstücksfrage, bevor man sich auf den heutigen Errichtungsplatz einigen konnte und die Voraussetzungen dafür geschaffen hat.
Am 26. Januar 1913 war eine Versammlung aller Katholiken von Pechbrunn. Es wurde letztendlich der Beschluss gefasst nunmehr unverzüglich mit dem Bau zu beginnen. Den ersten Spatenstich sollte Pfarrer Mayer aus Mitterteich tun. Da er verhindert war tat dies der hiesige Lehrer Andreas Kammerer, ein engagierter Förderer und Betreiber des Kirchbaues.
Oberlehrer Kammerer war später der erste Organist der Pechbrunner Kirche und versah auch den Mesnerdienst. Er war übrigens eine Schüler von Max Reger und in der Kirchenmusik bestens ausgebildet.

Am 6. Juli 1913 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. In der Chronik ist der Wortlaut der Urkunde, die sich im Grundstein befindet, festgehalten: „Im Jahre unseres Heiles 1913, im 10. Jahr des Pontifikates des glorreich regierenden Papstes Pius X., unter dem König Otto I. von Bayern und seinem Stellvertreter in der Regierung, dem Prinzregenten Ludwig, unter seiner Exzellenz, dem hochwürdigsten Herrn Antonius von Henle, Bischof von Regensburg, unter dem hochwürdigen Herrn Pfarrer Mayer in Mitterteich, bei zahlreicher Beteiligung des Volkes, segnete und legte der genannte Pfarrer Josef Meyer diesen Stein als Grundstein dieses heiligen Bauwerkes, vom Volke errichtet zum Lob und zur Verherrlichung des allmächtigen Gottes und zur Ehre des heiligsten Herzens unseres Herrn Jesu Christi, am 6. Juli, den 8. Sonntag nach Pfingsten, am Feste des kostbaren Blutes desselben Herrn Jesu Christi.“

Am 7. Dezember 1913 war die feierliche Benediktion, die kirchliche Weihe, der neuen Kirche durch Pfarrer Josef Mayer aus Mitterteich. Die Kirche war 1913 im Rohbau fertig. Der Baumeister war August Mayer aus Waldershof.
In den Jahren 1914 bis 1916 ging es um die Ausstattung. Es wurde viel gespendet und gestiftet.
Durch die Veröffentlichung im Bonifaziusblatt wurden so manche alten Einrichtungen oder Einrichtungsteile angeschafft. Was auf diesem Wege nicht zu bekommen war, wurde neu gefertigt. Aus der Werkstatt des Südtiroler Künstlers Josef Rifeser aus St. Ulrich im Grödnertal stammen der Hochaltar, die Kanzel und die Pieta.
1916 wurde eine neue Orgel aufgestellt und auch die Turmuhr geliefert. Damit war alles da, was man in einer Kirche braucht. Der Außenputz konnte allerdings erst nach dem ersten Weltkrieg im Jahr 1919 angebracht werden. Er musste 1930/31 gründlich erneuert werden, weil er von sehr schlechter Qualität war und abfiel.

Am 8. Januar 1917 kam mit H.H. Johann Höcht der erste Seelsorger nach Pechbrunn. Er musste privat untergebracht werden, weil das Priesterhaus – damals Expositurhaus – erst errichtet werden musste (1925 – 1927). Die Errichtung der Expositur Pechbrunn am 9. August 1921 fiel in die Amtszeit des Priesters Johann Höcht.

Jetzt fehlte nur noch eines, die kirchliche Weihe. Auf ein Gesuch des damaligen Expositus Wolfgang Koller hin, er war der 3. Seelsorger Pechbrunns, wurde die Kirche am 3. Juli 1935 durch Erzbischof Dr. Michael Buchberger feierlich konsekriert.
Im Altarstein des Hochaltars sind die Reliquien von 4 Heiligen eingelassen: die der Märtyrer Aurelius und Justinus und der Märtyrerinnen Coelestina und Leontia.